Laphroaig – 10 Jahre Sherry Oak – Updated


Update 03.04.2021: Dieser Blogbeitrag wurde aufgrund von neuen Informationen von John Campbell, Distillery Manager von Laphroaig, mit vielen weiteren Infos über die Zusammensetzung des Whiskys sowie Aufklärung bzgl. Limitierung, Kühlfiltrierung und Färbung überarbeitet.

Der Laphroaig 10 Sherry Oak besteht zu 25% aus einer Vollreifung aus Refill-Oloroso Sherry Hogsheads und zu 75% aus einer Doppelreifung aus 9 Jahren Ex-Bourbon sowie 12 Monaten First Fill Oloroso Sherry Seasoned Hogsheads.

Die Fässer kommen von Miguel Martin, womit Laphroaig seit 1986 zusammenarbeitet. Dabei werden diese Oloroso-Fässer im Soleraverfahren genutzt, sodass sie mindestens 10 bis 12 Jahre alt sind. Für Laphroaig beträgt die Dauer des Seasonings der Fässer mindestens zwei Jahre. Abgefüllt mit 48% Vol. und somit 8% Vol. mehr als der klassische 10-jährige Laphroaig. Dies sind meine Verkostungsnotizen dazu.

Ob diese neue Abfüllung nun limitiert ist oder aber in die Core-Range aufgenommen wird, war bis zur Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht so ganz klar. Es herrschte bis zum Update am 03.04.2021 dieses Artikels, zumindest für mich, etwas Ratlosigkeit, was das angeht. Grund dafür waren z.B. der Auszug aus dem Friends of Laphroaig Newsletter:

This spring, we’ll be adding a new, limited edition Sherry Oak Finish Laphroaig to our range.

Newsletter Friends of Laphroaig

Demgegenüber standen div. Aussagen, dass der Whisky in die Core-Range aufgenommen werden soll. Bestätigt war dies jedoch nicht. Eine News dazu, welche diese These unterstützte lautete:

Beam Suntory has taken Laphroaig 10 Years Old and finished the Scotch whisky in oloroso Sherry casks to create a new addition for the brand’s core range.

The Spirits Business

Also bleibt abzuwarten, wie sich die Bestände zeigen. Laphroaig hat sich hierzu leider (noch) nicht geäußert. Update: John Campbell, der Distillery Manager von Laphroaig, teilte nun weitere Infos und löst diese Unklarheiten:

Der Laphroaig 10 Sherry Oak ist nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt! In den ersten paar Jahren kann diese Abfüllung limitiert sein. Das hängt vom Kaufverhalten der Kunden ab. John erwähnte, dass es ca. 4000 „cases“ sein sollen. Cases könnten Kartons sein (das ist meine persönliche Interpretation!). Also pro Karton 6 Flaschen ergäben 24.000 Flaschen. In den zukünftigen Jahren soll, wenn die Kunden wollen, der Sherry Oak weitergeführt werden.

Optik

Rotbraun fast bis hin zu Rost. Die Legs verlaufen auch bei diesem schwer am Glasrand hinunter.

Nase

Einen schönen, voluminösen Bacon-Rauch bekommt man anfangs in die Nase. Der Alkohol ist deutlich wahrnehmbar, jedoch nicht stechend oder gar störend. Der Rauch ist sehr phenolisch, medizinisch. Laphroaig erkennt man hier eindeutig auf Anhieb 😁

Leichte Süße ist Präsent und die Fruchtigkeit kommt nun durch. Holländische Karamellwaffeln mit Salz, leichter Gummiabrieb bzw. Teer und Rosinen in Kombination. Nichts übertüncht hierbei.

Geschmack

Leicht ölig. Intensiv; das Sherryfass ist präsent. Trocken. Die Salzigkeit ändert sich Richtung Phenolisch, Jod bzw. kalter Asche. Klassisch Laphroaig. Mit der Zeit kommen sowohl Trockenfrüchte als auch eine schöne Nussigkeit durch. Vermutlich vom Oloroso Einfluss. Der Antritt ist kräftig. Insgesamt aber ein weiches, schönes, Mundgefühl.

Es wabert eine ganz leichte Säure mit bei diesem Whisky. Das gibt eine schöne Abwechslung zum Rauch und der Süße. Die Säure ist nicht im Vordergrund, sondern in Nuancen wahrnehmbar.

Finish

Kurz- bis mittellang. Der Laphroaig wärmt die Speiseröhre langsam aber sicher. Vor allem jetzt im Finish kommt die Säure nochmal hervor. Sie blitzt kurz hoch und verschwindet dann wieder. Die Süße verschwindet ebenfalls relativ schnell und der Rauch bleibt anhaltend. Gesalzenes Karamell bleibt mir zurück.

Fazit

Keine Achterbahnfahrt von Aromen. Der Laphi baut sich im Gaumen langsam auf und man kann ihn nach und nach entdecken. Das Wechselspiel zwischen Süße und Säure gefällt mir gut.

Der Abgang geht dann genauso linear wieder hinunter bis das der Rauch stehen bleibt. Schön! Die Nase ist dem gegenüber sofort präsent und puncht einem sofort ins Gesicht. Auch das gefällt mir 😁

Würde ich mir den Whisky nochmals kaufen? Für einen Preis von 50€ sofort. Für den jetzigen Ausgabepreis von ca. 60-65€ auch noch gerade eben, ja.

Weitere Infos

Whiskybase
Produktseite bei Laphroaig

Updates:

03.04.2021
Update des Blogbeitrags hinsichtlich der Informationen von John Campbell.

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