Spheric Spirits – 1988 Blended Malt

★★★☆☆


Heute habe ich einen Blended Malt von Spheric Spirits im Glas. Der erste Whisky der Serie von Spheric Spirits. Und das aus meinem Geburtsjahr: 1988! Das konnte ich mir nicht nehmen lassen und musste hierbei nicht lange überlegen. Er wurde kurzerhand bestellt und geteilt 😜.

Hinter Spheric Spirits stecken Benedict John Skelton (Co-Founder, CEO at Spheric Spirits GmbH) und Claudio Schoeller (Co-Founder / Co-Executive). Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, dem sei der Podcast Dram Good ans Herz gelegt. Dort war Benedict zu Gast und erzählt einiges über sich und dem Projekt.

Welcher Whisky hier genau vermählt ist, ist nicht bekannt. Es wird spekuliert, dass hier ein Teaspooned Malt aus den northern Highlands drin sein soll. Es ist jedenfalls ein 31 Jähriger Malt, welcher aus vier First-Fill Bourbon-Barrels kombiniert wurde. Alle Spirits in diesen Fässern wurden 1988 destilliert. Er wurde in Fassstärke mit 43,1% Vol. abgefüllt und hatte einen Outturn von 655 Flaschen.


Optik

Die Farbe geht von Gold ins Bernsteinernde über. Die legs laufen ölig, langsam dem Glas hinunter.

Nase

Mit Vanille aromatisierter Pfeiffentabak, Muskatnuss und mentholischen Noten legt dieser Malt direkt los. In der Nase wirkt er schwer/ölig und freakig. Er ist nicht typsich und völlig anders als das, was ich bisher so im Glas hatte. Ich kann es nicht genau greifen zu Anfang.

Nun nach etwas Zeit kommen Orangen und Zitrusaromen mit hinzu. Das erinnert mich daran, als würde man Orangenschalen auf Eichen-Holzbrettern zerdrücken. Die Holznote und Orangennoten lassen sich nicht voneinander trennen. Und ich glaube das ist auch das „freakige“, was ich zu Anfang meinte. Das lässt sich nun doch greifen.

Alkohol ist in der Nase in keinster Weise auch nur ansatzweise zu spüren. Bei der % Vol. Zahl auch erstmal nicht weiter verwunderlich.

Geschmack

Man hat ihn im Mund und denkt: Och joa, cool! Dann wartet man 5…6…7… Sekunden und er kommt mit einer ingwerartigen Schärfe und einem vollen Antritt daher! Voller Körper, leicht ölig in der Textur. Der Whisky bringt trotz seiner „geringen“ 43.1% Vol. einen ordentlichen Antritt mit! Eine kräftige Politurnote finde ich wieder. Holzpolitur, die einen Duft nach Orangen hat. Ganz gut bis hierher.

Würzigkeit macht sich sehr schnell breit und das immer kräftiger werdend. Man sagt ja pro Jahr im Fass eine Minute im Glas und eine Sekunde im Gaumen. Das kann man bei diesem Whisky durchaus mal machen. Er entwickelt sich stepweise im Gaumen weiter. Und auch bei >20 Sekunden fand ich ihn nicht langweilig. Das passiert mir öfters, wenn ich das ausprobiere. Er verwässert dann zu schnell. Bei diesem hier nicht.

Der kräftige Antritt entwickelt sich zu einer chilicatch-artigen Wahrnehmung. Das finde ich erstaunlich, da völlig unerwartet.

Wenn man dem Whisky Wärme zuführt, werden für mich vor allem die Vanille-Noten intensiver. Der Alkohol wird hierbei jedoch nicht sprittig, wie man es ansonsten öfters bei höherer Temperatur merkt. Die Wärme bringt die Orangennoten in den Hintergrund. Das Mundgefühl wird noch ein stückweit öliger und der Chili-Catch bleibt wie gehabt. Auch die Eichennoten intensivieren sich durch die wärme, was aber ganz gut passt und nicht unangenehm wird.

Finish

Kurz- bis mitellang. Der Ingwer ist im Finish weiterhin präsent. Der Whisky wirkt wärmend in der Speiseröhre. Die Orange bleibt ebenfalls bestehen. Der eben erwähnte Chili-Catch tritt kurzerhand ein und verschwindet dann aber auch langsam aber sicher wieder. Dieses Aufblitzen finde ich klasse! Das passt!

Fazit

Insgesamt ist der Whisky interessant. Es ist mal etwas anderes abseits von dem, was ich bisher im Glas hatte. Was man wohl sagen muss ist, dass sich der Whisky mit Zeit im Glas nicht merkbar weiterentwickelt. Das bedeutet jedoch auch, dass er direkt am Anfang performt und keine Zeit benötigt 😊

Würde ich mir den Whisky nochmals kaufen? Er ist es definitiv wert, ihn mal probiert zu haben. Mir fehlt hier jedoch die Komplexität und die Weiterentwicklung im Glas. Eine weitere Flasche bräuchte ich nicht.

Dennoch bin ich gespannt darauf, was aus dem Hause noch kommen wird. Ich wünsche Benedict und Claudio einen guten Start und viel viel Spass sowie Erfolg auf ihrem Weg. Da kommen bestimmt weitere schöne Abfüllungen auf uns zu!

Weitere Infos

Whiskybase
Dramgood Podcast mit Benedict Skelton

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